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Tools, Methoden und Prozesse

Im Beitrag über Gewinner und Verlierer wurde ja die Tools und Methoden Gruppe als eindeutiger Verlierer in der zukünfttigen Organisations-Struktur erwähnt.

Nun hat aber der neue Eigentümer gerade einen prestige-trächtigen Kunden, bei dessen zweiten grossen Projekt gerade einige Probleme die Hierarchie-Ebenen nach oben kochen.

Ein Teil der Probleme sehen nach ganz klassischen Software-Qualitäts-Problemen aus (also neudeutsch "Bugs", wie sie trotz anderslautenden Gerüchten immer wieder in Software-Produkten vorkommen.

Eine andere Klasse von Problemen sind allerdings klassische Prozess-Probleme. Zwar behaupten grosse Teile der Softwerker (und die Manager sowieso), alles wunderbar im Griff zu haben und jedes noch so kleine Detail durch Metriken und wöchentliche Reporting-Kanäle zu identifizieren und gegensteuern zu können.

Warum

  • bekommt der Kunde dann manchmal Änderungen die Ihm zur Release in Kalenderwoche 42 versprochen waren?
  • bekommt der Kunde dafür Änderungen, die er nicht wollte? In den Release Notes stehen diese Änderungen natürlich auch nicht drin, es ist also keine Überraschung, dass dieser sich verschaukelt vorkommt.
  • sind die Metriken, wie viele Bugs die Entwickler pro Woche fixen wunderbar in Ordnung, aber die wichtigen Änderungen hängen trotzdem erst mal Wochen lange ab, bevor sie vom Kunden beim Entwickler ankommen
  • braucht die Änderung vom Entwickler bis in die Lieferung zum Kunden vier Wochen? (Im Gutfall!)

Nachdem insbesondere diese Sorten von Problemen in der alten Organisation unbekannt waren, entschließen sich viele Entscheidungsträger ein Methoden-Benchmarking zu veranstalten, wo sich viele Teilbereiche einem Vergleich unterziehen sollen.

 

12.5.09 21:03, kommentieren

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Interview

In ein paar Tagen hat ein Personalberater ein Interview bei einem potentiellen Arbeitgeber organisiert.

Das Betätigungsfeld ist meinem jetzigen nicht unähnlich, es ist eines der vielen Felder, die ich jetzt auch beharke, nur dann halt eben als Vollzeit-Aufgabe und mit der Möglichkeit, vielleicht ein etwas schärferes Profil zu erwerben.

Andererseits ist die Firma eher von der konservativen Sorte und die Stellenbeschreibung könnte auch für reine Laberstelle stehen. Dies gilt es in ein paar Tagen herauszufinden.

Komischerweise mache ich mir überhaupt keine Gedanken darum, ob ich die Leute dort überzeugen kann. Entweder schaff ich das, dann habe ich ein Angebot, oder ich schaff es nicht, dann soll es so halt nicht sein. Meinem Scheff in der jetzigen Firma wärs sicher recht .

 

12.5.09 20:43, kommentieren

Gespräch

Ein anderer Kopfgeldjäger war ein wenig erfolgreicher und hat mein Profil bei einer Firma in geografischer Nähe eingetütet.

Ebenjene Firma scheint kein größeres Problem mit meinen Gehaltsvorstellungen zu haben und will mich Mitte Mai kennen lernen.

Es ist ein fragwürdiges Geschäftsfeld (nein! Kein Adress-Sammler oder Spammer ) aber wenn es technisch interessant ist, die Gruppe zu funktionieren scheint, würde ich wahrscheinlich sogar dort anfangen, wenn sie mir genug Geld bieten können.

21.4.09 22:43, kommentieren

Absage

Nachdem ja der Headhunter nachgehakt hatte, erreichte mich die Absage der Logistikfirma am anderen Ende der Republik.

Ein kurzes Telefonat mit dem Personalberater hat mir den Verdacht für den Grund bestätigt.

Mit Mühe und Not wäre gerade mal mein jetziges Gehalt drin gewesen, und selbst dabei wäre noch eine starke Tendenz dabei gewesen, mich dabei noch herunter zu handeln.

Es ist einfach eine andere Sparte (Logistik und nicht Software-Entwicklung als Kerngeschäft) in einem anderen Teil des Landes.

Das macht es natürlich noch uninteressanter für mich.

 

21.4.09 22:40, kommentieren

Assessment?

Wie bereits in diesem Beitrag beschrieben, läuft ja bereits seit ein paar Monaten eine meiner Bewerbungen. Offensichtlich ist die Besetzung der Stelle nicht so wichtig, und so kam bisher nicht mehr, als die automatischen Mails mit der Bitte um Geduld.

Vorletzte Woche wurde ich dann über ein größeres deutschsprachiges soziales Netzwerk kontaktiert und mir wurde ebengenau diese Stelle angeboten.

Nach ein bisschen Telefonieren war klar, dass der Personalberater mal nachhaken will.

Andererseits glaube ich nicht wirklich an Zufälle. denn

  • meine Bewerbung mit meinem Profil bei dem SocialNetwork abzugleichen ist nicht wirklich schwierig
  • geht aus meinem dortigen Profil nicht hervor, dass ich zu einem Umzug durch fast die ganze Republik bereit wäre (aus der Bewerbung aber schon)

Ich denke mal, dass der Hauptgrund für das Nicht-Melden bisher die hohe Gehaltsforderung ist und genau diese Information hat der Kopfjäger wohl hören wollen: Wie "flexibel" ich an dieser Stelle wäre.

 

6.4.09 20:27, kommentieren

Gewinner und Verlierer

Kurz nach dem Kauf schienen die Gewinner und Verlierer klar:

Gewinner

  1. die Gruppe zur Haupt-Kundenbetreuung sind eindeutig die Gewinner, immerhin ist das erfolgreiche Verhaeltnis zum Kunden wohl ihr Verdienst.
  2. die Entwickler der zentralen Software sind zwar nicht eingeplant, aber nachdem es dort beim Käufer an allen Ecken und Enden brennt, kann man dort immer neue Entwickler brauchen
Verlierer
  1. alle Plattform-spezifischen Teile sind unwichtig und sollen am besten so bald wie moeglich sterben. Was aus den Entwicklern werden soll, weiss keiner, man wird schon neue Aufgaben finden
  2. es gibt noch eine Tools- und Methoden-Gruppe, die sich in der Vergangenheit darum gekuemmert hat, dass die Entwickler eine maßgeschneiderte Infrastruktur vorfinden

27.3.09 22:52, kommentieren

Kann sowas funktionieren?

Die Software-Organisation, des Käufers ist ungefähr dreimal so groß, wie die zugekaufte, verkauft aber nur ungefähr halb so viele Chipsätze (also in Stückzahlen). Natürlich kann man das nicht so einfach stehen lassen. Immerhin hat die gekaufte Gruppe nur einen großen Kunden und ca. 5 weitere Unbedeutende, wohingegen der Käufer drei annähernd gleichwertige (allesamt klingende Namen aus der Branche) und ungezählte geringer wertige vorzuweisen hat.

Beim genaueren Hingucken fällt noch auf, daß die meisten "Entwickler" mit irgendeiner "Manager"-Rolle schmücken. Da gibt es Support-Menschen (also wirkliche Kollegen, die sich Vollzeit um sowas kümmern) für

  • Builds
  • Releases und deren Planung
  • Produke und deren Planung
  • Projekte und deren Planung
  • als Configuration-Manager
  • als Component-Manager
  • Integration

Diese Rollen sind keine direkten Entwickler, sondern sind "Support Roles". Zahlenmäßig kann man also sagen, dass hinter jedem Entwickler (so man denn die seltene Ehre hat, mal einen zu finden) mindestens ein Mitglied in einer "Support-Rolle" steht.

Diese Rollen waren  in der aufgekauften Organisation entweder unbekannt, oder wurden "nebenbei" mit erledigt.

Natürlich dürfen sich Mitglieder der gekauften Organisation ziemlich schnell anhören, man hätte ja nicht professionell gearbeitet, und das wäre schnell daran zu erkennen, daß

  • die oben genannten Rollen nicht besetzt waren
  • man ja nur wenige Kunden hatte
  • nie ein Produkt der xten Generation verkauft bekommen hätte, wohingegen der Käuder das schon längst beim Kunden hätte
  • man ja gekauft worden wäre

25.3.09 22:32, kommentieren